#Kritik
Konzertkritik von Andreas Waldmüller
(via Facebook)
Sokratis Sinopoulos, Sofia Labropoulou & Sarvin Hazin
Sa, 15. März 2025, Sargfabrik
Die Musik spricht zu uns
Wenn ganz zu Beginn Sofia die Worte fehlen, die mit der sie ihre Freude ausdrücken will heute Abend hier mit diesen Musiker;innen auf der Bühne zu sein, dann fühle ich schon, dass hier Wunderbares auf mich zukommt. Die Instrumente, die auf der Bühne sind kenne ich ja eigentlich, die griechische Lyra allerdings am wenigsten.
Der erste Teil des Abends, das Duo Sinopoulos / Labropoulou beginnt behutsam, es kommt mir vor, als wollen uns die beiden in ihre Musik hineinlocken und dabei nicht verschrecken. Und ich betrete freudig ihre Welt. Klar Virtuosität; die steht aber deutlich im Dienste des gemeinsamen Musizierens, im Dienste ihrer Musik. Es ist ein wunderschönes Miteinander, das sich da vor mir abspielt, es ist ein Lauschen, ein Aufgehen in den Tönen zwischen den Zwischentönen.
Zum zweiten Teil kommt dann Sarvin Hazin mit ihrer Kamanche auf die Bühne. Und jetzt passiert was Wunderbares. Es ist, wie wenn ein wunderschöner, gewebter, in vielen Farben leuchtender Stoff vor mir entfaltet wird. Immer wieder tauchen neue Farbnuancen auf, neue Klangfarben. So wie sich ein sanft schillernder Stoff in sich selbst reflektiert, so werden von den Instrumenten musikalische Themen entwickelt, aufgenommen und als Echo wieder ins Gesamte eingewoben. Das Tempo steigt, es wird leidenschaftlicher. Obwohl die Musik eine ganz andere ist, erinnert sie mich an Bach. Ja, immer wieder verknüpfen sich drei Melodielinien zu einem Gesamten. Die Instrumente kommen klar und unverfälscht rüber, lediglich das Kanun wird manchmal behutsam präpariert.
Insgesamt packt mich dieser Abend, der musikalisch immer wieder Grenzen leicht, gefühlvoll überschreitet, genau am richtigen Fuß, nimmt mich mit auf eine Reise, die voll und ganz der Schönheit der Musik gewidmet ist.
Großen Dank an euch, tiefe Verneigung