OURANIA LAMPROPOULOU / SOFIA LABROPOULOU / MARTIN MALLAUN

Unbounded Sounds 2026
Konzert
Fr. 6. November, 19:30

OURANIA LAMPROPOULOU Santuri / SOFIA LABROPOULOU Kanun / MARTIN MALLAUN Zither

Das zweite Konzert der Unbounded Sounds Music Series 2026 bringt drei außergewöhnliche Musiker:innen zusammen: Ourania Lampropoulou, Sofia Labropoulou und Martin Mallaun.

In dieser seltenen Trioformation begegnen sich drei Zupfinstrumente in einem gemeinsamen Klangraum, geprägt von modalem Denken, Resonanz und zyklischer Rhythmik. Aus unterschiedlichen musikalischen Traditionen hervorgehend, entfaltet sich ihr Dialog zwischen Volksmusik, Improvisation und zeitgenössischen Klangpraktiken.

Alle drei Künstler:innen erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Instrumente und verwandeln Tradition in eine lebendige, sich ständig wandelnde musikalische Sprache.

Ort: ORF – Radiokulturhaus (Studio 3) (Argentinierstraße 30A, 1040 Wien)
Barrierefreiheit: Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht.

Workshop
Sa. 7. November, 12:00 - 18:00

OURANIA LAMPROPOULOU & SOFIA LABROPOULOU Rebetiko der Zwischenkriegszeit: Zwischen Modalität und Tonalität

Rebetiko der Zwischenkriegszeit: Zwischen Modalität und Tonalität

Das Rebetiko der Zwischenkriegszeit entfaltet sich an einem feinen klanglichen Schnittpunkt. Tief im modalen Denken verwurzelt, bewahrt es diese Identität auch dann, wenn es innerhalb eines tonalen Rahmens gestaltet wird. Gerade diese subtile Spannung – zwischen Modalität und temperierter Stimmung – verleiht der Musik ihren lebendigen und ausdrucksstarken Charakter.

In diesem praxisorientierten Workshop erkunden wir diesen Reichtum vor allem anhand des Smyrna-Stils des Rebetiko (Smyrnéiko) und setzen ihn in Beziehung zur Tradition des Piräus (Piréotiko). Durch diesen Vergleich wird erfahrbar, wie unterschiedliche musikalische Logiken nebeneinander bestehen und sich gegenseitig transformieren.

Ein zentraler Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von nicht temperierten und temperierten Instrumenten sowie auf den Wegen, wie sich modale Systeme an die gleichstufige Stimmung anpassen, ohne ihre expressive Tiefe zu verlieren. Die Teilnehmenden arbeiten mit melodischer Entwicklung, Ornamentik und Intonation und widmen sich insbesondere Mikrointervallen sowie dem feinen Zusammenspiel zwischen den Instrumenten.

Der Workshop legt besonderen Wert auf intensives Zuhören und kollektives Musizieren. Anstelle eines stark theoretischen Zugangs entsteht ein offener Raum, in dem Gehör, Klang und Stil verfeinert werden können – und in dem Rebetiko als lebendige, atmende Praxis erfahrbar wird.

Ort: mica – music Austria (Stiftgasse 29, 1070 Wien) statt.
Dauer: 6 Stunden
Zeit: 12:00 – 18:00 (mit Pause)
Teilnahmegebühr: 80 Euro
Sprache: Englisch
Barrierefreiheit: Der Workshopraum ist rollstuhlgerecht.

Offen für Instrumentalist:innen und Sänger:innen aller Niveaus.

Über die Künstler:innen

Ourania Lampropoulou

Santurspielerin, Komponistin, Arrangeurin, Dirigentin und Pädagogin

„Ourania Lampropoulou erweckt die Ausdruckstiefe und rhythmische Lebendigkeit von Volksliedern und Tänzen mit bemerkenswerter Präzision und Sensibilität zum Leben.“ Micheline Servin, Les Temps modernes

Ourania Lampropoulou
© Orestis Dikaios

Ourania Lampropoulou ist eine Virtuosin des Santouri (griechisches Cimbalom). Bereits in jungen Jahren zählte sie zu den prägenden Persönlichkeiten ihres Instruments und versteht ihre künstlerische Arbeit auch als Weiterführung der Lehre ihres Meisters Tasos Diakogiorgis, einer zentralen Figur des griechischen Santouri.

Seit 1998 ist sie als professionelle Musikerin tätig und arbeitet mit Ensembles aus den Bereichen traditionelle, alte, zeitgenössische und globale Musik zusammen, ebenso wie mit renommierten Sinfonieorchestern und Formationen. Über viele Jahre war sie Mitglied des Orchesters von Mikis Theodorakis und arbeitete eng mit Domna Samiou zusammen.

Seit 2010 lebt sie in Paris, wo sie als Dirigentin, Arrangeurin und Interpretin tätig ist. Als Spezialistin für traditionelle griechische Musik unterrichtete sie unter anderem am Institut für Volksmusik der Universität Epirus, am Department für Musikwissenschaft und Kunst der Universität Makedonien, am Nationalkonservatorium in Athen sowie an der Philharmonie de Paris. Darüber hinaus gibt sie internationale Meisterklassen, unter anderem an der Philharmonie de Paris, der Akademie von Banská Bystrica (Slowakei) und der Akademie von Minsk (Belarus).

Ourania Lampropoulou ist eine vielseitige Komponistin, deren Werke tief in der mündlichen Tradition verwurzelt sind. Zu ihren bedeutenden Kompositionen zählen „From Constantinople to Istanbul“ für Solo-Santouri sowie „Variations on ‘À la claire fontaine’“, ein Auftragswerk der Philharmonie de Paris für Orchester und Kinderchor. Ihr Stück „The Oath of the Dead Brother“ für Santouri, Perkussion, Stimme und Live-Elektronik entstand im Auftrag des International Center for Nomadic Music, während „The Epic of Vassilios Digenis Akritas“ im Rahmen der Kultur-Olympiade für die Cacoyannis Foundation komponiert wurde.

Darüber hinaus ist sie im Bereich der Bühnenmusik tätig und erweitert theatrale Formate durch Kompositionen mit narrativen Elementen. Ihr Schaffen verbindet unterschiedliche stilistische Einflüsse und bleibt zugleich tief in ihren musikalischen Wurzeln verankert.

Im Jahr 2021 promovierte sie an der Universität Paris VIII im Fach „Ästhetik, Wissenschaften und Technologien der Künste – Schwerpunkt Musik“ mit einer Dissertation zum Thema: „Das Rebetiko von Piräus: Die Bedeutung des Makam im Zwischenkriegszeitraum“.

Sofia Labropoulou

Kanun-Spielerin, Komponistin, Improvisationskünstlerin und künstlerische Leiterin von Unbounded Sounds

„Ihre Kompositionen, ihr Spiel und die Auswahl der mitwirkenden Künstler zeigen, dass sie ihr Instrument beherrscht, es aber nicht in den Vordergrund stellt. Ihre Kompositionen geben der Geschichte Raum, sich zu entfalten, und anderen, zu glänzen.“ Bojan Djordjevic – WMCE

© vegeldaniel.com

Sofia Labropoulou ist eine Kanun-Spielerin, Improvisatorin und Komponistin. Ihren unverwechselbaren Klang entwickelte sie, indem sie meisterhaft die Welten der ostmediterranen Volksmusik, der klassischen osmanischen Musik, der westlichen mittelalterlichen Musik sowie der experimentellen und zeitgenössischen Musik verbindet.

Nach einer klassischen Ausbildung am Klavier und klassischer Perkussion ab dem Alter von 8 Jahren war es Liebe auf den ersten Klang, als sie dem Kanun fast ein Jahrzehnt später zum ersten Mal begegnete. Mit ihrem byzantinischen Musikdiplom in der Hand zog sie 2003 nach Istanbul um ihre Liebe zum Kanun zu vertiefen und osmanische Musik zu studieren.

Als Solistin arbeitet sie mit renommierten Komponisten, Musikern und Orchestern aus der ganzen Welt zusammen, komponiert Musik und bietet weltweit Meisterkurse in Kanun und griechischer Volksmusik an.

Ihr erstes persönliches Album “Sisyphus” (Odradek Records) wurde im Dezember 2020 veröffentlicht, derzeit schließt sie die Aufnahme ihres ersten Solo-Kanun-Albums „Spiral“ ab.

Sie lebt in Wien und ist die Gründerin sowie künstlerische Leiterin der Musikreihe Unbounded Sounds.

Martin Mallaun

Zither- Spieler, Komponist, Improvisator und Botaniker

„zählt ohne Zweifel zu den vielseitigsten Künstlern, die hierzulande im Moment im Bereich der experimentellen Musik am Werken sind. Egal ob nun in der Improvisation, in der Elektronik, der barocken Lautenmusik, der alpinen Volksmusik oder der zeitgenössischen Musik, der gebürtige Tiroler ist stets auf der Suche nach neuen klanglichen und stilistischen Ausdrucksformen auf der Zither“ (Via mica–music austria)

Martin_Mallaun
© Reinhard Winkler

Neben dem Konzertfach Zither am Tiroler Landeskonservatorium studierte Martin Mallaun Botanik an der Universität Innsbruck. Seit einigen Jahren arbeitet er intensiv an der Erweiterung des Repertoires für die Zither. Eine Vielzahl an neuen Stücken – vom Solo bis zum Orchesterwerk – wurde auf seine Anregung hin komponiert und uraufgeführt. Wichtige Begleiter auf diesem Weg sind unter vielen anderen das Zithertrio GREIFER, die Geigerin Barbara Lüneburg, die Akkordeonistin Viviane Chassot und das Improvisationstrio Tricky Bridges. 

Martin Mallaun konzertiert international und ist Gast auf renommierten Festivals wie dem Edinburgh International Festival (UK), der Münchener Biennale (D) oder Wien Modern (A). Neben der Tätigkeit als freischaffender Musiker unterrichtet er Zither an der Anton-Bruckner-Privatuniversität und im Tiroler Musikschulwerk. Seit 2001 untersucht er zudem als Botaniker im Forschungsprojekt GLORIA die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation alpiner Ökosysteme (www.gloria.ac.at).